Vielfalt ist mehr als Buntheit: Warum Kirche transkulturelle Führung braucht

„Menschen mit internationalem Hintergrund werden oft unterschätzt – auch in der Kirche.“ Diesen Satz sage ich oft. Und ich meine ihn auch genau so.
Zwei Geschäftsführer des kirchlichen Start-up Waste2Wealth

Vielfalt ist mehr als bunte Bilder und internationale Feste. In Kirche und Gemeinde bedeutet sie, Menschen mit Migrationsgeschichte wirklich in Führungsprozesse einzubinden. Als transkulturelle Coachin erlebe ich immer wieder: Die Potenziale dieser Menschen werden unterschätzt – und oft gar nicht genutzt. Dabei könnten ihre Perspektiven, Kompetenzen und Erfahrungen die Kirche bereichern und zukunftsfähig machen.

Wenn “Qualitätsstandards” zur Ausrede werden

In vielen Kirchenkreisen wird zwar von Integration gesprochen, aber selten von Partizipation. Menschen mit internationalem Hintergrund werden häufig auf symbolische Rollen reduziert – besonders in Projekten mit Migrations- oder Diakonieschwerpunkt.

Das Problem:

  • Unsicherheiten im Umgang mit dem Unbekannten blockieren Innovation.
  • Qualitätsstandards dienen manchmal als Vorwand, um gewohnte Strukturen nicht zu verändern.
  • Implizite Machtverhältnisse verhindern gleichberechtigte Beteiligung.

Vielfalt in Leitung: eine unterschätzte Ressource in Kirche

Internationale Unternehmen wie Microsoft, Adobe oder Unilever zeigen: kulturelle Vielfalt auf Leitungsebene ist ein Erfolgsfaktor. Unterschiedliche Perspektiven sorgen für:

  • Mehr Kompetenzvielfalt
  • Größere Innovationskraft
  • Mehr Resilienz in Krisen
  • Breitere Lösungsansätze

Auch in Wissenschaft und Forschung entstehen bahnbrechende Ideen oft in interkulturellen Teams – vom Apple-Gründer Steve Jobs (amerikanisch-syrische Wurzeln) bis zum deutsch-türkischen Ärzte-Ehepaar Ugur Sahin & Özlem Türeci, die den ersten wirksamen Covid-19-Impfstoff entwickelten.

Und die evangelische Kirche? Wann wird die erste Landeskirche von einem Theologen oder einer Theologin mit internationalem Hintergrund geleitet?

Warum Kirche jetzt handeln muss

Kirche steht mitten im Transformationsprozess: sinkende Mitgliederzahlen, Glaubwürdigkeitsverlust, veränderte gesellschaftliche Erwartungen.
Die Lösung: Führung diverser aufstellen – nicht nur bei kulturellen Angeboten, sondern auf allen Entscheidungsebenen.

Das bedeutet:

  • Von Willkommenskultur zu Verantwortungskultur wechseln
  • Gleichberechtigung statt Abhängigkeit fördern
  • Vielfalt als strategische Ressource verstehen

Mein Beitrag: Räume öffnen für transkulturelle Führung

Als transkulturelle Coachin begleite ich Kirchenleitungen, Gemeinden und Organisationen auf dem Weg zu mehr kultureller Vielfalt in Führung. Ich unterstütze dabei, Strukturen zu schaffen, die:

  • inklusive Entscheidungsprozesse ermöglichen
  • neue Perspektiven integrieren
  • symbolische Beteiligung vermeiden

Wie viele Menschen mit internationalem Hintergrund sind in deiner Gemeinde an Entscheidungen beteiligt? Welche Perspektiven fehlen euch vielleicht – ohne dass ihr es merkt?

Lass uns darüber sprechen – gemeinsam finden wir Wege, Vielfalt in Führung zu verankern.

Herzliche Grüße

Eure

Martina

P.S. Das Foto zeigt übrigens Onesmo Mdende (rechts) und Baraka Lwakatare sowie Fanuel Mtokoma (ganz links) – wir sitzen auf der Bühne in der Wuppertaler Stadthalle. Onesmo und Fanuel sind die beiden Geschäftsführer des tansanischen Umwelt-Start-ups „Waste2Wealth“ aus Daressalam. Sie nahmen im vergangenen Jahr an dem Circular Economy Accelerator Programm in Wuppertal teil. Wer mehr zu diesem Förderprogramm wissen möchte, kann mich kontaktieren. Baraka Lwakatare ist stellvertretender Geschäftsführer der Vereinten Evangelischen Mission.

Weiterführende Links

Mein Coaching-AngebotTranskulturelles Coaching für Kirchen

Meine Mediation: Interkulturelle Konfliktlösung

Mein Blog-Artikel: „Zehn Selbsttests für Kirche & Gemeinde“

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